In Deutschland werden pro Jahr bis zu 13 Millionen Tonnen an Lebensmitteln entsorgt – sie gelten während der Ernte als nicht verwertbare Produkte oder landen nach der Produktion unverbraucht in unserem Hausmüll. Wir bei haehnlein haben das Problem der Lebensmittelverschwendung erkannt und nehmen dessen Bewältigung als Herausforderung an. Unser Ziel: den verantwortungsvollen Umgang mit Tier und Produkt fördern – bewusst leben und essen. Lebensmittelverschwendung stoppen!

Jedes Jahr wird weltweit fast ein Drittel der produzierten Lebensmittel vernichtet, während der Ernte oder in der heimischen Küche. Der 2. Mai eines jeden Jahres symbolisiert aus diesem Grund den Tag der Lebensmittelverschwendung – denn erst ab diesem Tag beginnen wir prozentual gesehen, Lebensmittel für den tatsächlichen Konsum zu produzieren. Besonders schlimm: Wir verschwenden wertvolle Lebensmittel, obwohl zeitgleich fast 800 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger leiden. Doch nicht nur der Mensch, sondern auch die Umwelt leidet unter der steigenden Verschwendung von Nahrungsmitteln. So werden jährlich 38 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt, 43.000 Quadratkilometer Fläche landwirtschaftlich genutzt und 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht, um Lebensmittel zu produzieren, die letztendlich nicht genutzt werden. Hinzu kommen zusätzliche Belastungen für die Umwelt durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Wirtschaftsdünger sowie durch die notwendige Energie, die für den Transport der Lebensmittel notwendig ist.

 

Ausschweifender Konsum und mangelndes Bewusstsein

Auch wir in Deutschland können uns nicht vom Vorwurf der Lebensmittelverschwendung freisprechen. Pro Kopf entsorgen wir jährlich rund 85 Kilogramm ungenutzte Nahrungsmittel. Oder deutlicher: Jedes achte von uns gekaufte Nahrungsmittel landet nicht verwertet in der Mülltonne. Dies bedeutet pro Jahr eine deutschlandweite Verschwendung von insgesamt knapp 7 Millionen Tonnen Nahrung in Privathaushalten. Den Großteil der entsorgten Lebensmittel stellen dabei frisches Obst und Gemüse dar. Es folgen selbst gekochte Speisen sowie Brot- und Backwaren. Besonders schlimm: Beinahe die Hälfte dieser Lebensmittel ist eigentlich noch unbedenklich verwertbar. Die Gründe für deren vermeidbare Entsorgung sind hauptsächlich Probleme aufgrund falscher Lagerung, zu groß portionierte Mahlzeiten sowie überdimensional ausgelegte Einkäufe. Lediglich sechs Prozent der eigentlich noch genießbaren Produkte beseitigen wir hingegen aufgrund eines überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums.

Vielen Bürgern in Deutschland ist ihr ausschweifender Konsum allerdings gar nicht bewusst. So vermuten wir Deutschen, im Schnitt lediglich sechs Prozent unserer Lebensmittel unverbraucht zu entsorgen. In Wahrheit landen jedoch ganze zwölf Prozent in der Mülltonne. Deutschland ist jedoch nicht das einzige Land, das seine eigene Lebensmittelverschwendung falsch einschätzt. Spitzenreiter in diesem Ländervergleich ist die Schweiz. Statt einer geschätzten Verschwendung von 5 Prozent liegt die tatsächliche Verschwendung dort bei 18 Prozent. Die höchste prozentuale Verschwendung an Lebensmitteln weisen jedoch die USA mit 24 Prozent auf. Kanada folgt mit 21 Prozent auf Platz zwei, während Deutschland auf Platz 7 liegt. Positivbeispiel dieses Vergleichs ist hingegen Japan – geschätzter Verschwendung von vier Prozent steht dort eine tatsächliche Verschwendung von zwei Prozent gegenüber.

 

Weniger Abfälle und mehr Wertschätzung

Um diese bislang noch utopisch erscheinenden Zahlen aus Fernost selbst zu erreichen, hat das Bundeskabinett die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung beschlossen. Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, legte diese vor und erklärte mit Bezug zu den bereits im September 2015 verabschiedeten UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung ihre ambitionierte Absicht, die Zahl der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2030 halbieren zu wollen. Auch die Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette sollen in diesem Kontext verringert werden. Die neue Strategie sieht dabei vor, greifbare Maßnahmen in Dialogforen mit Unternehmen der Lebensmittelindustrie, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Wissenschaft sowie den zuständigen Ländern und Bundesressorts herauszuarbeiten, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.

Damit das Thema Nahrung zurück in den Fokus der allgemeinen Wertschätzung rückt, setzt die Strategie an folgenden Punkten an:

  • Politische Hürden und entstandene Barrieren während der Weitergabe von Lebensmitteln kritisch überprüfen, um Transportwege und -kosten zu verringern
  • Bestehende Handelsnormen in Bezug auf Form und Aussehen von Obst und Gemüse weiter entschärfen, um Angebot und Nachfrage an diesen Produkten zu erhöhen

  • Gewünschte Forderungen an Unternehmen verstärken, um Lebensmittelabfälle durch Bestellungen nach Bedarf, mehrmalige Warenlieferungen sowie Umverteilung der Waren zwischen einzelnen Filialen zu minimieren

  • Steigende Digitalisierung durch staatliche Förderung von Forschung und Entwicklung unterstützen, um intelligente Verpackungen mit Informationen zur Haltbarkeit zu erstellen

  • Eigene Verantwortung der Bürger gegenüber der Umwelt verdeutlichen, um ein aktiveres Handeln herbeizuführen und den Kauf von saisonalen und regionalen Produkten zu fördern

  • Stärkeren Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln vorantreiben, um eine im Vergleich zu tierischen Produkten deutlich geringere Umweltbelastung zu erzielen

 

Unser Beitrag bei haehnlein

Auch wir bei haehnlein haben das Problem der immer größer werdenden Lebensmittelverschwendung erkannt und möchten diese stoppen. Daher setzen wir uns für einen bewussteren Umgang mit Nahrungsmitteln und eine ganzheitliche Landwirtschaft ein. Wir versuchen, unsere Wirtschaftskette stetig zu optimieren, um die übergreifenden Abläufe der Geflügelzucht – den Weg vom Stall bis in den Supermarkt – in einem Unternehmen abzubilden. Bereits jetzt versorgen wir unsere nach dem haehnlein-Konzept aufwachsenden Küken, Hennen und Bruderhähne durch die Produkte unseres Erzeugerzusammenschlusses Finkenthal. Im Bereich der Mitarbeiterverpflegung vertrauen wir zudem auf die Verwendung saisonaler Zutaten und regionaler Erzeugnisse. Biogasanlagen unterstützen uns weiterhin dabei, entstehende Abfälle möglichst CO2-neutral in unserer Kreislaufwirtschaft aufzufangen. Allgemein stehen jedoch auch wir erst am Anfang eines großen, gesamtgesellschaftlichen Veränderungsprozesses, den wir durch unsere bisherigen und auch zukünftigen Maßnahmen allerdings gerne aktiv mitgestalten möchten. Zum Schluss haben wir noch vier Tipps für euch, um die Verschwendung von Lebensmitteln bestmöglich zu vermeiden:

 

1. Einkaufslisten sinnvoll zusammenstellen

Noch schnell nach der Arbeit mit leerem Magen in den Supermarkt? Besser nicht. Lieber vorher fix in den Kühlschrank schauen, genau kalkulieren, welche Produkte wirklich fehlen, und dann nach Bedarf einkaufen. Dies beugt möglicher Verschwendung vor und schont zudem das Portemonnaie. Und auch vor größeren Feiern solltet ihr am besten genau überlegen, was wirklich gegessen wird. Es gilt also, sich nicht von möglichen Sparangeboten im Supermarkt hinreißen zu lassen, sondern lieber nach dem tatsächlichem Essverhalten einzukaufen. Denn oftmals landen bei Großangeboten die letzten Produkte ungeöffnet im Müll.

2. Mindesthaltbarkeitsdaten kritisch betrachten

In unserer heutigen Gesellschaft neigen wir dazu, vom Datum überfällige Produkte rigoros zu entsorgen. Doch warum? Viele dieser Produkte sind oftmals weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hinaus bedenkenlos genießbar und somit nicht sofort für die Mülltonne bestimmt. Denn das MHD ist kein Entsorgungsdatum. Es gibt lediglich den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller die Haltbarkeit des Produkts garantiert. Auf die eigenen Sinne zu vertrauen und auch überfällige Produkte auf ihre Genießbarkeit zu prüfen, kann sich also lohnen. Eine Ausnahme bilden in diesem Zusammenhang die leicht verderblichen Lebensmittel. Fisch- und Fleischprodukte sollten daher nicht das offizielle Haltbarkeitsdatum für den Konsum überschreiten.

3. Temperaturzonen richtig nutzen

Zur Lagerung von Lebensmitteln stehen uns viele verschiedene Orte und somit auch Temperaturzonen zur Wahl. Denn während Tiefkühlgemüse eine länger haltbare und ebenfalls gesunde Alternative zu frischem Gemüse darstellt und selbstverständlich im Eisschrank gelagert werden sollte, kann die richtige Lagerung und Aufbewahrung anderer Produkte die Haltbarkeit der Einkäufe deutlich verlängern. Leicht verderbliche Produkte wie Fisch- und Fleischerzeugnissen sollten daher immer abgedeckt im unteren, besonders kühlen Bereich des Kühlschranks aufbewahrt werden, Eier, Butter und Soßen erhalten hingegen bereits in der Kühlschranktür genügend Kälte. Für Milchprodukte aller Art eignet sich das mittlere Fach des Kühlschranks. Und bereits zubereitete Speisen oder Brot sollten im obersten Fach verstaut werden.

4. Lebensmittel ganzheitlich verwerten

Verschrumpeltes Obst und Gemüse sieht vielleicht nicht mehr ganz so appetitlich aus, schmeckt jedoch meistens nicht anders als das „hübsche“ Gegenstück. Dieses gleich in die Mülltonne zu werfen, ist daher nicht der richtige Weg. Viel mehr bietet es sich an, lieber einmal einen leckeren Smoothie aus übrig gebliebenem Obst und Gemüse zuzubereiten. Auch eine frische Suppe schmeckt mit nicht mehr ganz so gutaussehendem Gemüse noch genauso lecker. Eine weitere Alternative ist die Reste-Küche: So lassen sich im Internet viele Blogs mit Anregungen finden, wie aus restlichen Lebensmitteln tolle Rezepte entstehen können. Zu guter Letzt können übrig gebliebene Nahrungsmittel anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, denn Einrichtungen wie die Tafel oder diverse Foodsharing-Plattformen freuen sich über jede Spende.

 

Quellen

http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20170505STO73528/lebensmittelverschwendung-in-der-eu-infografik

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wider-die-verschwendung

https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2019/046-ReduzierungLebensmittelverschwendung.html

https://blog.wwf.de/lebensmittelverschwendung-vermeiden/

https://de.statista.com/infografik/15127/lebensmittelverschwendung/

https://de.statista.com/infografik/16586/lebensmittelverschwendung/

https://eatsmarter.de/ernaehrung/news/lagerung-von-lebensmitteln-im-kuehlschrank

https://www.zeit.de/wissen/2019-05/lebensmittelverschwendung-haushalte-essen-muell-deutschland

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