Deutschland ist das Land der Bürokraten – übersetzt heißt das: Es gibt Verordnungen für fast alles. Manche erscheinen uns auf den ersten Blick oft nicht so sinnvoll, andere sind dafür umso wichtiger – beispielsweise im Bereich der Lebensmittelproduktion. Ein paar davon möchten wir euch hier und heute durch einen Einblick in unser haehnlein-Qualitätsmanagement vorstellen. Ein kleiner Teaser vorab: Habt ihr schon einmal was von Sockenproben gehört?

Ihr merkt es sicher auch: Wir alle sind heute viel sensibilisierter für Themen rund um Lebensmittel, einige extrem medienwirksame Lebensmittelskandale haben zu dieser Entwicklung ihr Übriges getan. Wir lesen öfter nach, was auf der Verpackung steht und verfolgen die Ergebnisse von Qualitätsprüfungen im Fernsehen. Die Vorgaben und Regeln, die Unternehmen im Rahmen der Lebensmittelproduktion beachten müssen, sind daher ziemlich streng und umfassend. Auch wir bei haehnlein, als Produzent von Bio-Eiern, Bio-Fleisch, Ess-Klasse und Power Mampfer müssen die Latte im Qualitätsmanagement hoch anlegen und natürlich halten.

Als Marke haehnlein repräsentieren wir die Interessen von 23 ökologisch anbauenden Familienbetrieben des landwirtschaftlichen Erzeugerzusammenschlusses Fürstenhof, dessen Ziel es ist, hochwertige Bio-Lebensmittel transparent und nachhaltig zu produzieren.

Bio-Produkte, wie die unsrigen, unterliegen aber noch einmal ganz besonderen Bestimmungen. Da sind es unsere Mitarbeiter aus dem haehnlein-Qualitätsmanagement, die dafür sorgen, dass wir die hohen Standards einhalten. Eine große Verantwortung, die viel Sorgfalt und Hingabe erfordert. Heute wollen wir euch einen kleinen Blick hinter die Kulissen geben und feststellen, was eigentlich alles hinter dem Bio-Ei im Supermarkt steckt.

Prozesse sind Pflicht

Beginnen wir mit der Ei-Produktion: Unser Ziel ist es, unsere Produkte sicher und gemäß allen Standards für Biolebensmittel im Handel abzuliefern. Dazu ist, wie ihr euch sicher denken könnt, eine Vielzahl von Prozessen erforderlich, die die Produkte durchlaufen müssen.

Die Rückverfolgbarkeit

Als Produzent müssen wir genau dokumentieren, wann und wo ein Ei in welcher Herde gelegt worden ist. Das bedeutet, dass die Warenausgänge bis auf das letzte Ei stimmen müssen. Sortierprotokolle regeln dabei die Dokumentation von Menge und Größenklassen (S, M, L, XL) aller gelegten Eier.

Wie viele Eier konnten als A-Ware ausgeliefert werden? Wie viele Eier sind mit leichten Verschmutzungen oder Rissen als Zweitware in die Industrie gegangen? Jedes Detail muss auch nachträglich noch klar nachvollziehbar sein. Auch fertigen wir von allen Auslieferungen „Rückstellmuster“ an, damit – sollte es hinterher Auffälligkeiten geben – Eier vorhanden sind, die wir untersuchen können.

Farbe, Geruch und Geschmack

Wir überprüfen unsere Ware übrigens stichprobenartig auch sensorisch: Eidotter müssen zum Beispiel einem bestimmten Farbspektrum entsprechen, das wir anhand von Farbfächern abgleichen. Auch der Geruch und Geschmack werden regelmäßig in Stichproben Kontrollen kontrolliert.

Zertifikate

Alle Stellen, in denen unsere Mitarbeiter und Kollegen Eier in Schachteln verpacken, brauchen eine IFS-Zertifizierung (International Food Standard). Die ist notwendig, damit wir überhaupt Eier an den Handel liefern dürfen. Dafür haben all unsere Mitarbeiter spezielle Schulungen durchlaufen. Hier geht es um Themen wie Kundenanforderungen, Food defense, Arbeitssicherheit, Lebensmittelhygiene und vieles mehr aber natürlich auch um Hygienenachweise.

Unser Hühnertagebuch

Als Bio-Tiere haben unsere Hühner verpflichtend Auslauf. Die Vorgabe sieht so aus, dass jedes Huhn mindestens ein Drittel seiner Lebenszeit Freigang haben muss, um dem Bio-Standard gerecht zu werden. Also können unsere Hühner von spätestens 10 Uhr morgens bis in die Dämmerung hinein an der frischen Luft. Um das belegen zu können, führen wir im Rahmen unserer Haltung ein sogenanntes „Stallbuch“. Hier wird täglich eingetragen, um wie viel Uhr die Luken vom Stall geöffnet – und wann die Hühner wieder reingeholt wurden. Theoretisch führen wir also ein Tagebuch für unsere Hühner, kurios, aber wahr. Auch falls unsere Hühner mal einen Tag nicht ins Freie können – beispielsweise aufgrund von extrem schlechtem Wetter – muss das im Buch vermerkt und begründet werden.

Nachweise über die Bio-Qualität des Futters führen wir in ähnlicher Weise. Wir bauen einen großen Teil des Hühnerfutters direkt selbst an und mischen es in unserer eigenen Futtermühle. Hier gelten die gleichen strengen Regeln wie in der Eier-Produktion, was zum Beispiel den Anbau und die Rückverfügbarkeit betrifft. Nur so können wir als Produzent sicherstellen, dass zum Beispiel wirklich Bio-Weizen ins Futter kommt. Besonders wichtig ist uns, dass unser Eigenfutteranteil bei über 50% liegt – gemäß dem Standard der Bio-Initiative.

Sockenproben und mehr

Auch in Gesundheitsfragen gilt es, sorgfältig dafür zu sorgen, dass es unseren Hühnern an nichts fehlt. Das untersuchen wir regelmäßig optisch, ein Vorgang den man in der Fachsprache als „Bonitieren“ bezeichnet und bei dem die Tiere mit Bezug auf das Federkleid, Verletzungen und Kammfarbe untersucht werden – um nur einige Beispiele zu nennen. Außerdem gibt es zur Sicherheit regelmäßig Laboruntersuchungen.

Wir schicken dann sogenannte „Sockenproben“ an das Labor: Einer unserer Mitarbeiter läuft dazu mit Überziehschuhen durch den Stall, sodass etwas Einstreu daran haften bleibt. Im Labor werden diese dann auf mögliche Keime und Viren überprüft. Zeiten, Ergebnisse und eventuell anfallende Maßnahmen halten wir selbstverständlich auch nach.

Eine Kontrolle am Tag

Innerhalb unserer Erzeugergemeinschaft Fürstenhof kommen wir im Schnitt täglich auf eine Kontrolle. Zwar finden die Kontrollen zur Überprüfung der Standards und ihrer Einhaltung häufig zu festen Terminen im Jahr statt, allerdings gibt es auch unangekündigte Kontrollen. Um zusätzlich die KAT-, IFS und Bio-Zertifizierung sowie die der Bio-Initiative zu überprüfen, finden regelmäßig Audits von unseren Handelspartnern statt. Diese lassen durch externe Fachleute die Qualität direkt bei uns vor Ort überprüfen. Zudem arbeiten wir mit dem Bundesverbandtierschutz e.V. zusammen, der bei uns die Aufzucht der männlichen Küken auch stichprobenartig prüft.

Arbeiten im haehnlein-Qualitätsmanagement

„Kein Tag ist wie der andere“, sagt Lisa, die bei im haehnlein-Qualitätsmanagement arbeitet. Tag für Tag fallen eine Menge Dokumente an, die sorgfältig geprüft, gepflegt und weitergeleitet werden müssen – beispielsweise Probenpläne oder Wareneingangsdokumentationen. Entscheidend ist bei diesen Aufgaben insbesondere die Genauigkeit. Eine schnelle Auffassungsgabe und durchdachte Aufgabenkoordination sind also gefragt, um auch in stressigen Situationen einen möglichst kühlen Kopf zu behalten.

Da wir weiterwachsen, suchen wir gerade Verstärkung für unser Team im Qualitätsmanagement.

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