Unser Konzept - Regional vom Acker bis zum Ei
Alles aus einer Hand – aus Überzeugung nachhaltig
Hinter haehnlein steht eine Bio-Gemeinschaft, die Tierwohl und Nachhaltigkeit ganzheitlich denkt. Unser Anspruch: höchste Qualität durch einen geschlossenen, regionalen Kreislauf.
Von eigenen Zuchttieren über Brüterei und Aufzucht bis hin zu unseren Legehennen auf den Höfen – jeder Schritt liegt in unserer Hand. Auch das Futter stammt größtenteils aus eigener Herstellung: Auf über 6.000 Hektar Bio-Landwirtschaft bauen wir vielfältige Kulturen an und verarbeiten sie in unserer eigenen Futtermühle.
Was unsere Tiere zurückgeben, wird sinnvoll genutzt: Der Kot fließt in Biogasanlagen, liefert Energie und kommt als natürlicher Dünger zurück auf die Felder. Die gewonnene Wärme heizt unsere Kükenaufzuchten, der Strom stammt überwiegend aus Photovoltaik auf unseren Dächern und künftig aus den Hühnerausläufen.
So entsteht ein geschlossener Kreislauf – für das wahrscheinlich nachhaltiges Bio-Eier Deutschlands.
Und wenn ihr tiefer einsteigen möchtet, haben wir hier nochmal die einzelnen Schritte detaillierter erläutert:
Alles beginnt in unserer gläsernen Bio-Brüterei
Das Leben unserer haehnlein-Legehennen und haehnlein-Bruderhähne beginnt in unserer Bio-Brüterei. Die Bruteier kommen i.d.R. von unseren eigenen Elterntieren. Der Hof ist nur ca. 20 km von der Brüterei entfernt.
In unserer Brüterei schlüpfen die Küken unter optimalen Wärmebedingungen und mittels eines sehr innovativen Verfahrens bei Licht und mit Futter und Wasser. Das Verhältnis von männlichen und weiblichen Tieren ist in etwa 1:1. Während die männliche Tiere an dieser Stelle üblicherweise aussortiert werden, bleiben hier bei uns Hähne und Hennen gleichermaßen am Leben. Bevor es für sie in ihre Aufzuchtsställen geht, erhalten sie hier noch Impfungen für einen Start in ein gesundes Leben.
Gläsern ist unsere Brüterei übrigens, weil es einen Besucherraum gibt, von dem aus man das Geschehen in der Brüterei verfolgen kann.
Pioniere in der Bruderhahn-Aufzucht
Mit unserem haehnlein-Konzept sind wir einer der Pioniere in der Aufzucht der Bruderhähne. Denn anders als lange Zeit üblich werden die männlichen Küken bei haehnlein nicht nach dem Schlupf getötet, sondern behutsam aufgezogen. Und das schon seit 2012.
Mehr zu unserem haehnlein-Konzept, dem Hintergrund und den aktuellen Herausforderungen seht ihr hier.
Aufzuchten
Von der Brüterei werden die Küken in unsere Aufzuchten gebracht, wo sie es mit 35 Grad Raumtemperatur und Fußbodenheizung kuschelig warm haben und alles auf die Bedürfnisse dieser frühen Lebensphase abgestimmt ist. Hier bekommen sie spezielles Küken-Futter, klein gehäckseltes Stroh und Mini-Luzerne, Kükentränken, Sandkisten, Ruheplätze, teilweise sogar Musik und natürlich täglich viel Zuwendung von den betreuenden Kollegen.
Wenn die Küken nach ca. 34 Tagen zu Jungtieren herangewachsen sind und sie ihre Kükendaunen mit richtigen Federn überdeckt haben, erhalten sie zusätzlich Zugang zu einem Strohabteil mit viel Platz.
Ab der 8. Woche kommt neben dem Stallgebäude noch ein „Wintergarten“ hinzu bevor es dann mit ca. 10 Wochen nach draußen geht. Hier haben sie dann einen großzügigen Auslauf im Freien, den sie tagsüber rege nutzen.
Legehennen
Mit ca. 17 Wochen ist eine Junghenne ausgewachsen und zieht dann bei uns um in ihren Legehennenstall. Dieser ist üblicherweise so aufgebaut, dass es einen Stallbereich, einen Wintergarten und einen großzügigen Auslauf gibt. Im Stall befindet sich die sogenannte Voliere, auf der die Hühner tagsüber klettern und nachts auf den Stangen sitzen und schlafen. Hier finden Sie auch Futter und Wasser und Nester, in die sie sich zum Eierlegen zurückziehen. Der Wintergarten ist ein luft- und lichtdurchfluteter Übergangsbereich vom Stall zum Auslauf. Die Hühner können durch bodentiefe Luken dazwischen selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten möchten.
Der Auslauf im Freien steht ihnen nach einem reichhaltigen Frühstück ab spätestens 10 Uhr zur Verfügung. Erst in der Dämmerung werden sie reingeholt und verbringen dann die Nacht im geschützten Stall.
Für Deckung sorgen
Hühner sind keine Weidetiere wie Kühe oder Pferde. Sie sind haben Fressfeinde vom Boden und aus der Luft und müssen entsprechend vorsichtig sein und sich in Acht nehmen.
Damit sich Henni und Co nach draußen trauen und die weitläufigen Ausläufe gut annehmen und nutzen, sorgen wir immer wieder für Deckung. So pflanzen wir bspw. auf den Wiesen Bäume, Sträucher und Hecken und stellen Hütten auf, die den Tieren Schutz vor möglichen Raubvögeln bieten und darüber Sicherheit geben.
So trauen sich die eigentlich eher scheuen und vorsichtigen Tiere sich weiter vom Stall zu entfernen und nehmen den weitläufigen Auslauf gut und gerne an.
An sonnigen Tagen freuen sich die Hühner außerdem über den Schatten, in dem sie genüßlich ihre Sandbäder nehmen.
Vom Hühnerstall über den Einkaufswagen auf den Teller
Futter aus der eigenen Mühle
Wesentliche Bestandteile unseres Legehennenfutters werden in unseren eigenen Betrieben angebaut und geerntet. In unserer Mischfuttermühle wird dieses Futter dann zusammengestellt und dabei die jeweiligen aktuellen Bedürfnisse der Hühnerherden berücksichtigt.
Mit fortschreitendem Alter bspw. wird die Nährstoffzufuhr zusätzlich über Muschelschalen gesteigert. Neben dem Körnerfutter, das in ausgiebiger Menge zur Verfügung steht, wird ihnen auch Raufutter in Form von Heu, Stroh und Luzerne angeboten.
Das Grünland wird nicht nur als Auslauffläche genutzt, sondern dient aufgrund des natürlichen Verhaltens der Hühner als zusätzliche und natürliche Futterquelle. Außerdem lieben es die Hühner zu scharren und im „Sand zu baden“.
Nachhaltiger Ackerbau
Da wir das Futter unserer Legehennen möglichst regional anbauen und beziehen möchten, betreiben wir mittlerweile auf mehr als 6.000 ha Bio-Landwirtschaft. Der damit einhergehende Verzicht auf umweltschädigende Spritzmittel bringt einige Herausforderungen mit sich, denen wir uns gerne stellen. Spezielle Anbaugeräte bspw. zum Unkrauthaken und eine besonders breite Fruchtfolge (= viele verschiedene Pflanzen, die in nacheinander auf den Flächen angebaut werden) tragen u.a. zu einer sehr nachhaltigen Bewirtschaftung bei, die den Boden schont.
Soja aus Mecklenburg Vorpommern
Um mittelfristig den kompletten Sojabedarf für unser Hühnerfutter von eigenen regionalen Flächen decken zu können, ergrößern wir jedes Jahr unsere Anbaufläche und testen unterschiedliche Sorten. Unser Ziel ist es, spätestens bis 2030 ausschließlich auf heimisches Soja zurückgreifen zu müssen.
Ein geschlossener Kreislauf
Den Großteil unserer Energie können wir aus selbstgewonnener Energie nutzen. Während fast alle unserer Dachflächen über Photovolatikanlagen verfügen, produzieren wir über unsere Biogasanlagen Wärme, die bspw. die Aufzuchten für unsere Küken heizen.
Das Substrat aus den Biogasanlagen ist wertvoller Dung, der anschließend auf den Feldern ausgebracht wird und zu einem geschlossenen Kreislauf beiträgt. Dem Boden werden wichtige Nährstoffe wiedergegeben, so dass er auch für die nächsten Generationen fruchtbar bleibt.